
Eine App, mit der man bequem für das Parken auf der Straße oder im Parkhaus bezahlen kann, ist für viele Autofahrende zur Routine geworden. Auch in Luxemburg ist die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ab 2020 Routine. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu fördern, indem man das Parken über eine App kostenlos macht: Das ist der Geniestreich der App P+R CFL. Claude, Diogo und Christophe erklären Ihnen, warum und wie dieses Projekt im Jahr 2023 ins Leben gerufen wurde.
Claude, du bist Leiter der Division Betrieb IT-Systeme Bereich Personenverkehr und warst schon 2018 dabei: Kannst du uns erklären, wie es zu der Idee mit der App kam?
Im Jahr 2018 haben wir das Parksystem am Bahnhof Belval-Université weiterentwickelt, wobei auf Wunsch des damaligen zuständigen Ministers eine kostenlose Nutzung vorgesehen wurde. Ziel war es, die Straßen zu entlasten – für all jene, die ihr Auto auf dem Parkplatz abstellen und den restlichen Weg zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Voraussetzung war lediglich der Besitz einer mKaart (einer damals vom Verkéiersverbond – dem Verkehrsverbund – verwalteten Transportkarte), die bei der Ankunft im Parkhaus und anschließend an einer Haltestelle des öffentlichen Verkehrs außerhalb eines Umkreises von 1,5 Kilometern rund um den Bahnhof Belval validiert werden musste.
Im Jahr 2020 stellte die landesweit eingeführte kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel den Nutzen der Entwertungsautomaten für Fahrscheine infrage. Die Idee einer App mit Geolokalisierung des Smartphones kristallisierte sich recht eindeutig als ideale Lösung für unseren Bedarf heraus.

Diogo, du hast als Projektleiter an der P+R CFL App mitgewirkt und bist heute für ihren Betrieb verantwortlich: Wie habt ihr die Anwendung konzipiert?
Wie Claude bereits erklärt hat, bestand das erste Ziel darin, eine gewisse Entfernung vom Parkplatz nachzuweisen, um die 24-stündige Gratisnutzung zu bestätigen. Anschließend haben wir untersucht, welche Funktionen den Nutzerinnen und Nutzern das Leben erleichtern könnten – sei es im Alltag für Pendlerinnen und Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder für Personen, die unsere Parkplätze nur gelegentlich nutzen oder keinen Anspruch auf die kostenlose Nutzung haben.
Wir waren bereits zu dritt in Vollzeit an dem Projekt tätig, unter der Leitung von Claude, und haben für Entwicklung und Rollout mit einem externen Dienstleister zusammengearbeitet. Wir sind im agilen Modus vorgegangen, um alle aufkommenden Fragestellungen zu bearbeiten: das Tracking der Geräte, die Verknüpfung mehrerer Fahrzeuge mit einem Benutzerkonto und umgekehrt, also mehrerer Konten mit einem Fahrzeug – und das alles unter Einhaltung der Datenschutzvorgaben gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Der Start der App zur Inbetriebnahme des P+R in Rodange war sowohl technisch als auch menschlich herausfordernd – und es hat einige Monate gedauert, bis sich alles eingespielt hatte.

Christophe, du bist Leiter der Abteilung P+R und damit eher auf der operativen Seite tätig: Wie habt ihr die Nutzerinnen und Nutzer in Rodange beim ersten Rollout der App während der Übergangsphase begleitet?
Wir haben stark auf Aufklärung und gute Kommunikation gesetzt. Gemeinsam mit mehreren Teams aus unterschiedlichen Abteilungen haben wir das direkte Umfeld des Parkhauses bereits mehrere Wochen im Voraus vorbereitet – unter anderem durch Informationskampagnen zur geplanten Einführung der App und das Verteilen von Flyern zu den Stoßzeiten, um regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer frühzeitig auf die bevorstehenden Änderungen hinzuweisen. Zum Zeitpunkt der Einführung waren wir in den ersten Tagen morgens und abends zahlreich vor Ort, um über die Funktionsweise der App zu informieren, bei der Kontoerstellung zu helfen, die Vorteile sowie die Bedingungen für die Gratisnutzung zu erklären – ebenso wie das Vorgehen bei Papiertickets usw. Gleichzeitig war auch das Team von Diogo vor Ort und hat das System im Hintergrund überwacht, um eventuelle Probleme sofort zu lösen und den reibungslosen Betrieb sicherzustellen. In den ersten Wochen sind wir bewusst sehr flexibel mit allen umgegangen, um den Nutzerinnen und Nutzern ausreichend Zeit zu geben, sich mit der App vertraut zu machen. Nach einiger Zeit hat sich die Nutzung eingespielt – und heute können wir mit Stolz sagen, dass rund 90 % der Personen, die den Parkplatz nutzen, auch tatsächlich die App verwenden.
Wir sind bei allen weiteren P+R-Standorten nach dem gleichen Prinzip vorgegangen – ganz gleich, ob es sich um einen neuen Parkplatz oder um die Einführung der App auf einem bereits bestehenden Parkplatz handelte.

Was bieten ihr denjenigen an, die die App nicht nutzen möchten oder keinen Anspruch auf die kostenlose Nutzung haben?
Man muss wissen: für Personen, die die App nicht nutzen möchten, gibt es nach wie vor die Möglichkeit, ein Papierticket an der Schranke zu ziehen – unsere Parkplätze bleiben also auch ohne Smartphone zugänglich, und das ist uns wichtig zu betonen. Der Preis ist dabei derselbe – ob man ein Ticket zieht oder die App nutzt, ohne den unmittelbaren Umkreis des P+R zu verlassen. Es gibt in dieser Hinsicht keinerlei Benachteiligung.
Die App bringt jedoch einige Vorteile mit sich: Wenn das Kennzeichen einmal im System registriert ist, erkennt die Anlage Ihr Fahrzeug automatisch – die Schranke öffnet sich bei der Ein- und Ausfahrt, was für einen deutlich flüssigeren Zugang sorgt, auch wenn man keinen Anspruch auf die kostenlose Nutzung hat. Darüber hinaus kann man in der App in Echtzeit sehen, wie viele Plätze noch frei sind, den Parkplatz direkt per App bezahlen – ganz ohne Anstehen am Automaten. Aus meiner Sicht ist die App also für alle nützlich – unabhängig davon, ob man die Gratisnutzung in Anspruch nimmt oder nicht.


Die neuen P+R-Anlagen verfügen über kein Wachpersonal vor Ort – was passiert, wenn jemand Hilfe benötigt?
Tatsächlich gibt es keine dauerhafte physische Präsenz vor Ort, aber je nach Bedarf ist punktuell jemand im Einsatz. Darüber hinaus ist jederzeit jemand erreichbar – entweder über unsere Hotline oder über die Notrufsäulen, die auf allen Parkplätzen installiert sind.
Seit der Einführung der App wurde das P+R-Serviceteam sogar personell aufgestockt – was paradox erscheinen mag, denn die Nutzerinnen und Nutzer sehen sie nicht, aber sie sind zahlreicher als je zuvor im Einsatz, um aus der Ferne zu unterstützen! Wenn es nötig ist, etwa bei einer blockierten Schranke, können wir jederzeit jemanden schnell vor Ort schicken – unser Team ist rund um die Uhr einsatzbereit, 24/7.


Claude, um noch einmal auf das Thema „kostenlose Nutzung unter bestimmten Bedingungen“ zurückzukommen: Sind die Parkplätze eigentlich rentabel?
Ganz und gar nicht – und das ist auch kein Problem, denn Rentabilität war von Anfang an nie das Ziel. Es ging und geht immer darum, die Menschen dazu zu bewegen, ihr Auto außerhalb der großen Stadtzentren oder Gewerbegebiete abzustellen und den Rest des Weges mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Man sieht daran auch deutlich, dass alle unsere Park+Ride-Anlagen in Randlagen liegen – mit einer einzigen Ausnahme: dem Parkplatz an der Luxemburger Bahnhofstation. Und genau dieser wird auch nie kostenlos sein, denn es wäre aus unserer Sicht widersinnig, den Autoverkehr ins Stadtzentrum geradezu zu fördern.
Man muss verstehen, dass dieses Konzept der kostenlosen Park+Ride-Anlagen Teil einer umfassenden Strategie des Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten ist, um die Überlastung auf den Straßen wirksam zu bekämpfen – und daran sind viele Akteure beteiligt. Jüngstes Beispiel ist der P+R Héienhaff in Senningerberg, den wir gemeinsam mit der Straßenbauverwaltung betreiben. Und weitere Projekte sind in Planung und werden in den kommenden Jahren folgen.

Die App deckt derzeit die Nutzung von sechs Parkplätzen im Land ab – Belval-Université, Rodange, Mersch, Héienhaff, Troisvierges und Luxembourg-Stadt – mit insgesamt rund 5.000 Stellplätzen. Wo steht ihr aktuell in Bezug auf die Zahl der aktiven Nutzerkonten in der App?
Aktuell verzeichnen wir 41.000 aktive Konten in der App – ein Wert, den wir als sehr erfreulich ansehen. Wir hatten zu Beginn keine festen Erwartungen oder Prognosen, insbesondere weil einige Parkplätze zu diesem Zeitpunkt gerade erst in Betrieb genommen wurden – da wäre jede Schätzung sehr hypothetisch gewesen.
Man muss dazu sagen: Es laufen derzeit noch weitere reine CFL-Projekte, etwa in Ettelbrück und Wasserbillig, sowie weitere Kooperationen mit der Straßenbauverwaltung. Insgesamt werden so 15.000 Parkplätze zur Verfügung stehen – und damit ebenso viele Fahrzeuge, die dank dieser Initiative aus dem Stadtverkehr herausgehalten werden.


Diogo, wenn die App bereits vollständig einsatzbereit ist – welche Rolle wird dein Team bei den zukünftigen P+R-Anlagen spielen, die Claude erwähnt hat?
Die App funktioniert, ja – aber es ist unsere Aufgabe, sie im Alltag weiterzuentwickeln und am Leben zu halten. Unser Team ist dabei sowohl mit der Behebung von Bugs als auch mit möglichen Weiterentwicklungen beschäftigt. Unterstützt werden wir dabei vom Team für Projektmanagement und User Experience, welches 2023 gegründet wurde – zeitgleich mit dem Rollout der App am P+R am Bahnhof Luxemburg. Dieses Team arbeitet aktuell an der fortlaufenden Anpassung der App für neue P+R-Anlagen und bereitet zudem eine grundlegende Überarbeitung der App bis Ende des Jahres vor – mit Fokus auf einer noch besseren Nutzererfahrung. Wir haben noch viele Ideen und Ansatzpunkte, um die Anwendung weiter zu verbessern – das ist erst der Anfang!
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