
Patrick ist eines dieser unsichtbaren, aber unverzichtbaren Zahnräder im System – ohne ihn läuft nichts. Im Einsatzplanungsbüro der CFL ist er für die mittelfristige Einsatzplanung der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter verantwortlich. Täglich sorgt er dafür, dass über 300 Kolleginnen und Kollegen zur richtigen Zeit am richtigen Ort im Einsatz sind – abgestimmt auf Dienstpläne, Baustellen, unvorhergesehene Ereignisse und individuelle Bedürfnisse. Ein Job, der Organisationstalent und vorausschauendes Denken erfordert – mit einem ständigen Spagat zwischen Technik und Menschlichkeit.
Patrick, du warst schon immer bei der CFL und hast vor deiner jetzigen Position verschiedene Rollen im Außendienst übernommen. Kannst du uns deinen Werdegang schildern?
Alles begann im Jahr 2002, als ich Lokführer wurde. Mich hat die Präzision im Eisenbahnbetrieb schon immer fasziniert – und mit der Zeit haben sich neue Möglichkeiten ergeben. Ich war zunächst Zugbegleiter, anschließend das damalige Pendant zum heutigen Coach, und habe meine Erfahrungen Schritt für Schritt im operativen Bereich gesammelt. 2013 wechselte ich in den damaligen Leitstand (heute BLZ), wo ich gelernt habe, mit den täglichen Notfällen umzugehen. Seit 2015 bin ich nun im Einsatzplanungsbüro tätig.

Wie beeinflussen deine bisherigen Erfahrungen deine heutige Arbeit?
Die Praxiserfahrung ist ein echter Vorteil. Wenn ein Kollege mit einer Anfrage zu mir kommt, kann ich mich gut in seine Situation hineinversetzen – weil ich selbst erlebt habe, was er gerade durchmacht. Das stärkt das gegenseitige Verständnis, den Teamgeist und vor allem die Effizienz. Durch meine verschiedenen Stationen als Lokführer, Zugbegleiter, Coach und jetzt als Planer habe ich heute einen umfassenden Blick auf das Bahnsystem.
„Ich verstehe ihre Herausforderungen, weil ich sie selbst erlebt habe – draußen vor Ort, im echten Bahnalltag.“

Hunderte Einsatzpläne zu koordinieren ist sicher keine leichte Aufgabe. Wie sieht ein typischer Tag in deinem Bereich aus?
Es ist ein Job im Hintergrund – aber absolut entscheidend. Täglich müssen über 300 Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter einem Zug zugewiesen werden – unter Berücksichtigung eines 22-Wochen-Einsatzzyklus mit länderspezifischen Besonderheiten für Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland. Dabei gilt es, geplante Baustellen, kurzfristige Änderungen, Urlaube, Prüfungen, Schulungen und Lizenzverlängerungen mit einzuplanen. Und trotzdem muss am Ende sichergestellt sein: Jeder Zug fährt – mit dem richtigen Personal, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.
Man spürt einen echten Teamgeist. Wie läuft eure Zusammenarbeit im Alltag konkret ab?
Wir sind zu sechst im Einsatzplanungsbüro. Steve kümmert sich um kurzfristiges Unvorhergesehenes. Candy ist für den mittelfristigen Bereich zuständig – etwa Teilzeitregelungen, Jahresurlaube und bestimmte Schulungen. Sergio koordiniert alles, was langfristig geplant werden muss: externe Ausbildungen, Einsatzpläne für Auszubildende und mehr. Silvia ist unsere Ansprechpartnerin für Baustellen und mittelfristige Fahrplananpassungen. Franck hält den Kontakt zu den operativen Führungskräften. Ich selbst bin verantwortlich für die kontinuierliche Weiterbildung, die Nachverfolgung der Qualifikationen, medizinische Untersuchungen sowie individuelle Anliegen. Die große Stärke unseres Teams? Unsere Vielseitigkeit: Jeder und jede kann im Falle einer Abwesenheit für eine Kollegin oder einen Kollegen einspringen.
„Wir müssen reaktionsschnell sein, aber gleichzeitig vorausschauend denken – und dabei stets das große Ganze im Blick behalten.“

Wie stimmt ihr euch bei kurzfristigen Unvorhergesehenheiten mit der BLZ ab?
Am Tag selbst ist die BLZ am Zug – wir übernehmen ab dem Folgetag (J+1). Wenn ein Kollege oder eine Kollegin zum Beispiel mehrere Tage krank ist, liegt es an uns, die Dienste neu zu organisieren und die Vertretung sicherzustellen. Dabei müssen wir nicht nur schnell reagieren, sondern auch vorausschauend planen – und stets das Gesamtbild im Blick behalten.
In einem Beruf, in dem jede Minute zählt – wie verändern digitale Tools wie RailOpt euren Arbeitsalltag?
Es ist unsere zentrale Säule. RailOpt ermöglicht es uns, die Einsatzpläne unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen und verschiedener Dienstmodelle zu erstellen. Es ist ein leistungsstarkes Tool, das mit der Zeit immer intuitiver geworden ist. Heute hat sich das System weiterentwickelt: Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter können ihre Dienstpläne in Echtzeit direkt auf dem Smartphone einsehen. Auch Urlaubsanträge oder besondere Verfügbarkeiten lassen sich so ganz einfach übermitteln.
„Ein großes Tetris-Spiel – jede Schicht, jeder Dienst muss nahtlos ins Gesamtbild passen.“


Ist die Technologie – insbesondere künstliche Intelligenz – dabei, eure Arbeit grundlegend zu verändern?
Wir testen derzeit erste Module zur automatischen Zuteilung, aber bislang können sie unsere menschliche Einschätzung nicht ersetzen. Man muss viele Faktoren berücksichtigen: den Wohnort der Mitarbeitenden, ihre Qualifikationen, ihre individuellen Präferenzen… Ein Kollege aus Troisvierges kann seinen Dienst nicht einfach in Pétange beginnen – das hätte logistisch erhebliche Folgen.
Man kann sich vorstellen, dass die Ausbildung der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter ein zentrales Thema ist. Wie bindet ihr sie in eure Einsatzplanung ein?
Man muss strategisch denken. Jährliche Weiterbildungen sind verpflichtend, und die Lizenzen müssen alle drei Jahre für jedes Netz (LU, FR, BE) erneuert werden. Zusätzlich planen wir gezielte Module wie Erste Hilfe, gesunde Lebensweise oder Krisenmanagement. Während der Hochphasen im Bahnverkehr braucht es viel Kreativität, um diese Schulungen einzuplanen, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen.


Und wie läuft die Begleitung neuer Mitarbeitender ab?
Nach sechs Monaten und dem Erhalt der Qualifikation für den eigenständigen Einsatz kommen die Auszubildenden in den Bereitschaftsdienst. Allerdings müssen sie noch ihre Abschlussprüfung bestehen. Sergio koordiniert die Planung der Schulungen und Prüfungen gemeinsam mit dem Ausbildungsteam. Wir begleiten jede einzelne Etappe ihres Werdegangs.
Sich um die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter zu kümmern, gehört ebenfalls zu euren Aufgaben. Was bedeutet das konkret?
Es geht um Gesundheit und Wohlbefinden. Wir kümmern uns unter anderem um die Einladungen zur Arbeitsmedizin, um Gespräche mit der Psychologin nach einem Unfall oder einer Aggression – und auch um persönliche Anliegen der einzelnen Mitarbeitenden. Wir versuchen, so gut wie möglich auf ihre Bedürfnisse einzugehen – im Rahmen des Möglichen.
Unvorhergesehene Ereignisse gehören bei euch zum Alltag. Gab es einen Moment, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Einmal hat ein junger Kollege versehentlich ein ganzes Baustellenmodul in RailOpt gelöscht. Wir mussten alles bis zum nächsten Tag neu aufbauen. Wir sind an dem Abend bis 23 Uhr geblieben. Solche Zwischenfälle zeigen uns, wie wichtig es ist, stets aufmerksam und wachsam zu bleiben.
„Wir haben ein dynamisches, reaktionsschnelles und solidarisches Team – das ist unsere große Stärke.“

Angesichts solcher Herausforderungen – was ist deine persönliche Arbeitsphilosophie?
Die Stärke des Teams. Wenn ein Kollege oder eine Kollegin Unterstützung braucht, springen die anderen ein. Jede und jeder kennt die Aufgaben und Kompetenzen der anderen. Diese Vielseitigkeit und gegenseitige Hilfe – das ist unsere große Stärke.
Wenn du jemanden von diesem Beruf überzeugen müsstest – was würdest du ihm oder ihr sagen?
Es ist ein Beruf mit Sinn. Wir tragen dazu bei, dass Tausende von Fahrgästen sicher an ihr Ziel kommen. Wir stehen im Zentrum der Mobilität des Landes. Der Job ist anspruchsvoll, aber auch sehr erfüllend. Und es gibt Momente, die man in keinem anderen Beruf erlebt – eine Pause an der Mosel, Arbeitszeiten, die einem den Nachmittag frei lassen…
„Es ist spannend und niemals eintönig – genau das motiviert mich jeden Morgen.“

Welches Profil passt am besten zu dieser Funktion?
Menschen mit Genauigkeit, Reaktionsvermögen und Eigenverantwortung. Man sollte Freude daran haben zu organisieren, vorauszudenken, zuzuhören und im Austausch mit anderen zu stehen. Unerwartete Situationen sollten einen nicht abschrecken – im Gegenteil: Man muss in der Lage sein, in Echtzeit Lösungen zu finden.
Und wie blickst du selbst auf die kommenden Jahre?
Bis zur Rente sind es noch ein paar Jahre, aber ich kann mir gut vorstellen, bis dahin hier zu bleiben. Ich mag, was ich tue – und ich mag mein Team. Die Arbeit ist spannend und niemals monoton. Wir ziehen alle an einem Strang, und genau diese gemeinsame Motivation gibt mir jeden Morgen neuen Antrieb.
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