Nachhaltige Mobilität ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie ist Teil unseres Alltags. Doch wie begeistert man Menschen wirklich dafür, den Zug, das Fahrrad oder Bus und Bahn flexibel zu kombinieren? Wir haben uns mit Anne, Leiterin des Marketings für den Personenverkehr der CFL, und ihrem Team zusammengesetzt, die jeden Tag daran arbeiten, die Mobilität in Luxemburg attraktiver, zugänglicher und umweltfreundlicher zu gestalten. Von innovativen Fahrradprojekten über interaktive Erlebnisse für Kinder bis hin zu Apps und Büchern: Das Team zeigt, wie kreative Ideen, Teamarbeit und gezielte Kommunikation Menschen motivieren, nachhaltige Mobilität zu leben.

Hallo Anne! Du leitest heute die Marketingabteilung für den Personenverkehr. Kannst du uns etwas über deinen Werdegang erzählen?

„Oh, mein Werdegang? Ich fasse mich besser kurz, sonst sind wir morgen noch nicht fertig! Ich arbeite seit über 30 Jahren bei der CFL und habe in dieser Zeit viele spannende Erfahrungen gemacht und Herausforderungen gemeistert. Ich hatte das Glück, in verschiedenen Bereichen tätig zu sein – vom Güterverkehr bis zum Personenverkehr –, wodurch ich das Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen konnte.

Im Jahr 2018 bot sich mir eine neue Chance: die Position der Marketingleiterin für den Personenverkehr. Es handelte sich um eine neu geschaffene Stelle, die mir die Möglichkeit gab, ein Team aufzubauen und die Tätigkeit so zu strukturieren, wie sie heute existiert.

Derzeit leite ich ein Team von sieben Mitarbeitenden und bin gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Bereich Infrastrukturmanagement für die Fahrradstrategie der CFL verantwortlich – ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt, da es Teil einer nachhaltigen und multimodalen Mobilitätsvision ist.

Teampower im AV-Marketing

Was sind die Hauptaufgaben und Ziele des AV-Marketing-Teams?

Anne: „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die CFL sichtbar zu machen und ihre Rolle im öffentlichen Verkehr attraktiv zu vermitteln. Gleichzeitig gestalten wir die Transportstrategie aktiv mit, sowohl nach innen als auch nach außen.

Im Mittelpunkt steht für uns das Ziel einer multimodalen und nachhaltigen Mobilität: die Kundschaft klar in den Fokus zu rücken, den Zug als erste Wahl zu positionieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Unser Hauptziel ist das Angebot des öffentlichen Verkehrs nicht nur verständlich, sondern auch zugänglich und attraktiv zu machen.

Dabei setzen wir stark auf multimodale, flexible und umweltfreundliche Mobilitätslösungen und präsentieren die CFL als modernen, kundenorientierten und umweltbewussten Anbieter, wozu auch unsere Filiale CFL Evasion zählt.“

„Im Mittelpunkt steht für uns das Ziel einer multimodalen und nachhaltigen Mobilität: die Kundschaft klar in den Fokus zu rücken, den Zug als erste Wahl zu positionieren und innovative Lösungen zu entwickeln.“

Dein Team ist über die Jahre gewachsen. Wie ist das Team aufgestellt und wie arbeitet ihr zusammen?

Anne: „Unser Team vereint viele verschiedene Kompetenzen – von Kommunikation über digitales Marketing und Eventmanagement bis hin zu Marktforschung und strategischer Planung. Als Leiterin der Division halte ich das große Ganze im Blick – von Marktanalysen über die Gestaltung von Mobilitätslösungen bis hin zu Budget und Teamkoordination. Ben kümmert sich hauptsächlich um das Projektmanagement und unterstützt mich sehr in der Kommunikation. Laura ist für das Webmanagement zuständig, während Sandy sich um die Verwaltung der Plakate und Anzeigen kümmert. Pierre bringt als Content Creator unsere Texte zu Papier, Frank organisiert unsere Events und Janine achtet auf die ISO-Normungsprozesse. Seit Anfang des Jahres bereichert Xenia unser Team in verschiedenen Bereichen, und auch unsere Praktikantin Lif unterstützt uns im digitalen Marketing mit frischen Ideen.

Genau diese Vielfalt macht uns stark: Jedes Projekt braucht ein wenig von allem, und wir können uns auf all unsere verschiedenen Stärken verlassen. Natürlich hat jede und jeder eigene Verantwortungsbereiche, aber am Ende setzen wir unsere Projekte immer gemeinsam um. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit anderen Abteilungen innerhalb der CFL sowie mit externen Partnern zusammen – Zusammenarbeit ist bei uns der Schlüssel zum Erfolg.“

Multimodal unterwegs

Ben, was bedeutet für euch „nachhaltige Mobilität“?

Ben: „Nachhaltige Mobilität heißt für uns, auf erneuerbare Energien zu setzen, Emissionen zu minimieren und Ressourcen zu schonen. Auch soziale Aspekte und Inklusion gehören dazu. Dies gilt nicht nur für berufliche Reisen, sondern auch für Freizeit, Urlaub oder private Fahrten.“

Welche Zielgruppen sprecht ihr an?

Ben: „Wir verstehen uns als Dienstleister für die breite Öffentlichkeit. Unser Angebot richtet sich an eine breite Palette an Menschen Berufspendelnde, Grenzpendelnde, Studierende, ebenso wie Familien, ältere Menschen, Freizeitreisende und Urlaubende. Auch Radbegeisterte und Personen mit eingeschränkter Mobilität gehören selbstverständlich dazu.

Die Kommunikation wird gezielt auf die Bedürfnisse jeder Gruppe angepasst. Besonders wichtig ist uns, Reisende in allen Lebensbereichen und Lebensphasen zu begleiten, und das bereits von jungen Jahren an, damit Kinder den öffentlichen Verkehr als echte Option wahrnehmen und ein Bewusstsein für nachhaltige Mobilität entwickeln.“

„Besonders wichtig ist uns, Reisende in allen (…) Lebensphasen zu begleiten, und das bereits von jungen Jahren an, damit Kinder den öffentlichen Verkehr als echte Option wahrnehmen und ein Bewusstsein für nachhaltige Mobilität entwickeln.“

Projekte, die bewegen

Welche konkreten Initiativen laufen aktuell, um mehr Menschen auf den Zug und auf die sanfte Mobilität aufmerksam zu machen?

Xenia: „Seit 2023 ist das Fahrrad ein Bestandteil unserer Strategie, um die Kombination Zug–Fahrrad zu stärken. Mit passenden Infrastrukturen, Dienstleistungen, speziellen Angeboten und gezielten Informationen wollen wir die Bedürfnisse all jener abdecken, die ihre Reise multimodal planen und die Vorteile von Zug und Rad optimal nutzen möchten.

Konkret setzen wir Projekte wie den Aufbau von 21 Fahrradreparaturstationen an Bahnhöfen – in enger Zusammenarbeit mit unseren Ingenieurteams – sowie die Entwicklung innovativer Konzepte für Fahrradparkplätze um. Und um die Vorteile am Radfahren hervorzuheben, organisieren wir seit einigen Jahren am Weltfahrradtag den World Bicycle Day CFL, bei dem wir gemeinsam mit unseren Partnern Aktivitäten und Informationen rund ums Radfahren anbieten und auch an der Sommerinitiative VëloSummer beteiligen wir uns aktiv.

Daneben arbeiten wir an attraktiven Freizeitangeboten wie interaktiven Spielen und Wanderwegen. Ganz neu ist auch unsere Let’s Play-Initiative in Wasserbillig– ein spielerischer Parcours, der es Kindern und Familien ermöglicht, die Eisenbahngeschichte und verschiedene Umweltaspekte zu entdecken.

Besonders stolz sind wir auf unsere 2023 erschienenen Bücher Bike & Rail und Hike & Rail, die dazu einladen, Zugreisen mit Fahrrad- oder Wandertouren zu kombinieren. Vom Konzept bis zu den Texten wurden diese Bücher vollständig von unserem Team in Zusammenarbeit mit Verlagen entwickelt.“

Welche Kommunikationsmittel setzt ihr ein, um die Öffentlichkeit auf eure Initiativen aufmerksam zu machen?

Janine: „Wir setzen vor allem auf digitale Kanäle: Internet, unsere Website, Social Media, Radio und TV, aber auch Bildschirme in den Bahnhöfen. Dabei richten wir uns immer nach der jeweiligen Zielgruppe und dem Thema der Kampagne.

Wir nehmen auch regelmäßig an gezielten Veranstaltungen teil, wie Messen, zum Beispiel der Messe für digitale Inklusion, dem Festival der Migrationen oder den Personaltagen bestimmter großer privater Arbeitgeber oder europäischer Institutionen. Darüber hinaus suchen wir Partnerschaften, um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen, beispielsweise mit der Rockhal, der Luga, dem Musée Plomm oder bei festlichen Veranstaltungen wie der Cavalcade von Diekirch, den Festivals in Wiltz, dem Luxembourg Open Air Festival oder den Francofolies. Je nach Kampagne setzen wir zudem spezifische Aktionen um, wie Gewinnspiele, die Verteilung von Werbegeschenken oder Street-Marketing-Aktionen, um auf spielerische Weise Aufmerksamkeit für unsere Angebote zu erzeugen.

Projekte und Perspektiven

Welche Hebel sind eurer Meinung besonders wichtig, um Menschen langfristig für grüne Mobilität zu sensibilisieren?

Lif: „Für uns ist es entscheidend, Informationen einfach und klar zugänglich zu machen. Angebote müssen sichtbar, verständlich und vor allem praktisch sein. Laura und ich arbeiten aktuell z.B. an einer neuen Webseite für CFL-Evasion, die nachhaltige Reisen in den Vordergrund stellt – hauptsächlich mit Zug und Fahrrad oder Zug und Wanderwege.

Unser Ziel ist zu zeigen, dass verantwortungsbewusstes Reisen angenehm, komfortabel und erlebnisreich sein kann. Gleichzeitig wollen wir positive Erfahrungen schaffen, die Lust machen, es immer wieder zu tun. Besonders wichtig ist es, bereits Kinder für nachhaltige Mobilität zu sensibilisieren, da sich Mobilitätsgewohnheiten früh entwickeln. Wer von klein auf lernt, anders zu reisen, übernimmt diese Gewohnheiten später ganz natürlich als Erwachsene. So verbinden wir Freude am Reisen mit Umweltbewusstsein.“

„Unser Ziel ist zu zeigen, dass verantwortungsbewusstes Reisen angenehm, komfortabel und erlebnisreich sein kann.“

Welche neuen Projekte oder Aktionen sind für die nächsten Monate oder Jahre geplant?

Laura: „Die neue CFL-Evasion-Website legt den Schwerpunkt auf umweltfreundliche Zugreisen innerhalb Europas,, zum Beispiel nach Montpellier oder Düsseldorf, aber auch auf individuelle Bahnreisen weltweit. Ein weiteres großes Projekt, das für das erste Quartal 2026 geplant ist, ist die Vermarktung der neuen CFL-App, die unseren Kunden das Reisen um einiges vereinfachen wird.

Langristig und auf lokaler Ebene fördern wir die First Mile und Last Mile.Wir möchten die Lücke zwischen den Verkehrsterminals und dem endgültigen Ziel schließen. Dazu gehören unter anderem die Förderung von autonomen Shuttles, Park&Rail-Anlagen, Bikeboxen und den zukünftigen Parkplätzen in Howald und Luxemburg – ein Projekt, das ganz im Zeichen der nachhaltigen Mobilität steht.

Mit welchen Herausforderungen seht ihr euch konfrontiert?

Pierre: „Bei jeder Initiative müssen wir zunächst die Bedürfnisse des AV (Activités Voyageurs) genau verstehen und die Idee konkret planen. Gleichzeitig ist es wichtig, bereichsübergreifend mit den anderen Abteilungen zusammenzuarbeiten, damit die Logistik funktioniert und die notwendigen Mittel vorhanden sind, um das Projekt auf die Beine zu stellen. Wir müssen uns aktiv engagieren und darüber nachdenken, wie wir den Bedürfnissen unserer Kunden und Kundinnen am besten gerecht werden können.

Was bräuchte es eurer Meinung nach, damit grüne Mobilität in Luxemburg noch mehr zur selbstverständlichen Alternative wird?

Frank: „Aus unserer Sicht sind drei Faktoren entscheidend: Erstens ein flexibles, umweltfreundliches und multimodales Mobilitätsangebot, das Fahrrad, Bus, Zug und Fußwege sinnvoll kombiniert.

Zweitens sichere, attraktive Umsteige-Punkte mit leicht zugänglichen Verbindungen, Serviceangeboten, Sharing-Möglichkeiten und lebendigen Bahnhöfen – etwa mit Läden, Musikveranstaltungen oder Spielplätzen -, die den Umstieg zwischen Verkehrsmitteln einfach und angenehm machen.

Drittens die Sensibilisierung der Bevölkerung: durch klare Botschaften, kreative Kampagnen und konkrete Anreize sowie Rahmenbedingungen – auch für Firmenmobilität und nachhaltigen Warentransport – soll nachhaltige Mobilität erlebbar und zur selbstverständlichen Wahl werden.

Was motiviert euch am meisten an eurer Arbeit?

Sandy: „Wir wollen konkret einen Beitrag zur sanften Mobilität leisten und Menschen inspirieren, umweltbewusst und nachhaltig zu reisen. Wenn Kampagnen Wirkung zeigen und Menschen den Zug wählen, ist das ein großer Antrieb.“

Anne: „Das Besondere ist der Teamzusammenhalt. Jeder bringt seine Stärken ein, und gemeinsam bewegen wir viel – das ist einzigartig und motivierend.“

Ben: „Dass wir Ergebnisse unserer Arbeit sehen können. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Projekte, die wir planen und umsetzen, bei den Menschen ankommen und Wirkung zeigen – sei es, dass mehr Leute das Fahrrad mit dem Zug kombinieren, an unseren Aktionen teilnehmen oder einfach bewusster unterwegs sind.“

Laura: „Mich motiviert vor allem, dass unsere Arbeit einen echten Beitrag leistet – Menschen für sanfte Mobilität zu begeistern und dadurch die Umwelt zu schonen, gibt mir ein richtig gutes Gefühl.“

Das AV-Marketing-Team arbeitet tagtäglich daran, den öffentlichen Verkehr in allen Lebensbereichen erlebbar, zugänglich und attraktiv zu machen – und Menschen nachhaltig für Multimodalität zu begeistern. Lust, Teil eines Teams wie Annes zu werden und an spannenden und sinnvollen Projekten mitzuwirken? Dann bewerben Sie sich jetzt auf jobscfl.lu!

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