Für Marc treffen Technik und Leidenschaft an jedem Knotenpunkt aufeinander. Tagsüber Bauleiter im Bereich Telekommunikation, im Herzen leidenschaftlicher Modelleisenbahner – seit über 30 Jahren führt er ein faszinierendes Doppelleben, geprägt von Präzision, Erinnerungen und der Liebe zur Eisenbahn. Willkommen in der Welt eines Mitarbeiters, der ebenso zurückhaltend wie begeistert ist.

Ein lebendiges Gedächtnis des Netzes

Marc kam 1991 im Alter von 21 Jahren zur CFL – nach einem ersten beruflichen Abstecher in die Privatwirtschaft und mit einem Abschluss als Niederspannungselektriker in der Tasche. Seine Laufbahn begann als Telefonie-Handwerker, zu einer Zeit, als viele der eingesetzten Technologien noch aus den 1930er- bis 1950er-Jahren stammten. Mechanische Bauteile, Relais, riesige Schaltschränke – manche davon mussten sogar noch von Hand geschmiert werden. „Man musste die Kontakte reinigen, die Achsen einfetten… Das war eine ganz andere Zeit“, erinnert sich Marc mit einem Lächeln.

Heute ist fast alles anders. Marc betreut externe Dienstleister und ist für die Wartung moderner Kommunikationsanlagen verantwortlich – etwa des GSM-R-Netzes (Global System for Mobile Communications – Railway). Dieses ausschließlich für den Bahnverkehr entwickelte System ermöglicht die Echtzeitkommunikation zwischen dem fahrenden Personal, den Bahnhöfen und den Leitstellen und sorgt so für Sicherheit und Koordination im Betrieb. Eine wahre Revolution, die Marc Schritt für Schritt miterlebt hat.

„Als ich damals angefangen habe, nutzten wir noch Leuchttelegramme, um einem Lokführer zu signalisieren, dass wir ihn kontaktieren wollten. Antworten konnte er nicht sofort – aber er wusste, dass wir versucht hatten, ihn zu erreichen.“

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Sich anpassen, um Wissen weiterzugeben

Von einer Technologie zur nächsten zu wechseln, ist alles andere als selbstverständlich – doch Marc hat nie gezögert, Neues zu lernen. „Wir haben interne Schulungen besucht, manchmal auch direkt bei den Herstellern oder sogar im Ausland. Sobald ein neues System installiert war, musste man es verstehen, beherrschen und anpassen.“ Und vor allem: weitergeben. Denn heute begleitet Marc auch die jüngeren Generationen auf dem Feld.

Von analogen Leitungen zu digitalen Netzwerken, von Wanduhren zu IP-Kameras (rund 1.500 im gesamten Netz!), von Festnetztelefonen zu mobilen Endgeräten – die Umgebung hat sich verändert, aber das Wesen des Berufs ist gleich geblieben. „Das Ziel ist, dass alles funktioniert. Und dafür braucht man Technik, Voraussicht – und eine ordentliche Portion Improvisationstalent.“

Ein Dachboden, 500 Lokomotiven und eine gut geölte Leidenschaft

Nach Feierabend zieht sich Marc in sein persönliches Reich zurück: ein rund 5×3 Meter großer Dachboden in Kayl, verwandelt in eine echte Miniaturwelt. Im Maßstab 1:87 lässt er dort eine beeindruckende Sammlung von 500 Lokomotiven und 1.500 Personen- und Güterwagen aus aller Welt und aus allen Epochen fahren.

„Ich bilde keinen bestimmten Bahnhof nach. Manchmal lasse ich mich von realen Orten inspirieren, manchmal ist es einfach freestyle – je nach Stimmung“, sagt Marc mit einem Lächeln.

Marc ist ein neugieriger Sammler – eher ein Entdecker als ein Jäger. Er jagt nicht dem seltensten Stück hinterher, sondern lässt sich gerne von dem überraschen, was ihm auf Ausstellungen – etwa in Dortmund, Walferdingen oder Junglinster – oder auf Flohmärkten begegnet. Außerdem engagiert er sich als Sekretär des MBM, des Modelleisenbahn-Clubs im Minett.

Eine Leidenschaft im Gleichgewicht

Unter Sammlern versteht man sich. Man tauscht Tipps aus, vergleicht Modelle, erzählt Anekdoten – und teilt manchmal auch ein wenig Nostalgie. „Es ist ein bisschen wie Angeln, Gärtnern oder Golfspielen – jeder hat sein Ding. Modellbau ist mein Weg, den Kopf freizubekommen“, sagt Marc.

Bei der Arbeit spricht er nur selten über seine Leidenschaft, doch er weiß, dass er bei der CFL nicht der Einzige ist. „Es gibt einige, auch ehemalige Führungskräfte, die heimlich ein bisschen sammeln. Vielleicht sind wir große Kinder – aber wir stehen dazu.“

Was er an seinem Hobby besonders schätzt? Die Freiheit.

„Ich kann eine Stunde daran arbeiten, wenn es draußen regnet, oder mich am Wochenende ganz darin verlieren. Und das Beste daran: Es hängt nur von mir ab.“

Den Schienen treu geblieben

Mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung – und doch immer noch die gleiche Ruhe und Bescheidenheit. Marc wird weiterhin vom Anspruch an gute Arbeit getragen, auch in einem Beruf, der sich ständig weiterentwickelt. Er hat die analoge Ära erlebt, den Übergang zur digitalen Welt begleitet und beobachtet heute den Aufstieg vernetzter Systeme mit dem geschulten Blick eines erfahrenen Technikers.

Trotz der täglichen Herausforderungen bewahrt er sein Gleichgewicht – zwischen Technologie und Leidenschaft, zwischen Beruf und Hobby.

„Es ist nicht immer einfach, aber es bleibt ein schöner Beruf. Und kein Tag gleicht dem anderen.“

Fast wie in seinem Dachboden, wo die Züge in ihrem eigenen Rhythmus fahren – in einer Welt, die zugleich stillsteht und lebt. Ein kleines Abbild seines eigenen Lebens.

Möchten Sie Teil eines Unternehmens werden, das Leidenschaft, Know-how und Sinn schätzt? Dann kommen Sie zur CFL und gestalten Sie mit uns die Zukunft der Mobilität! !

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